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Genlisea

Genlisea

Die Reusenfallen, Genlisea, sind eine Gattung aus der Familie der Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae). Alle der bekannten 21 Arten sind fleischfressende Pflanzen. Der botanische Name der Gattung leitet sich von der französischen Schriftstellerin Stéphanie Félicité de Genlis her.

Merkmale

Reusenfallen sind wurzellose, rosettenförmige Kräuter, einjährig oder ausdauernd. Sie sind relativ klein, im Durchmesser 1 - 5 Zentimeter und nur wenige Zentimeter hoch. Insgesamt unterscheiden sich die Arten der Gattung nur wenig voneinander.

Blätter

Zwei Blatttypen sind zu unterscheiden, nämlich die oberirdischen Blätter und die unterirdischen Fallen, die Reusenblätter ("Rhizophylle"). Die oberirdischen Blätter der Pflanzen stehen in einer Rosette, sind hellgrün und zwischen 3 und 50 Millimeter lang. Sie sind meist spatelförmig, vereinzelt spatelförmig-obovat (d.i. verkehrt eiförmig), ihre Oberfläche ist glatt und ohne sichtbare Nervatur. Bei manchen Arten wie z.B. Genlisea aurea sind die Blätter mit einem schleimigen Sekret überzogen, dessen Funktion noch unklar ist. Kräuter

Fallen

Die Fallen sind eigentlich unterirdische Blätter, sogenannte Rhizophylle, also von einem Rhizom ausgehende Blätter. Die Pflanzen locken ihre Beute wahrscheinlich durch chemische Lockstoffe an, die von den Rhizophyllen abgegeben werden. Bei der Beute handelt es sich um Wimpertierchen, Fadenwürmer und andere kleine Bodenbewohner, Arten mit größeren Blasen erbeuten aber auch Strudelwürmer und Wenigborster. Die Rhizophylle haben die Form eines umgedrehten Ypsilons, wobei die beiden Arme jeweils korkenzieherartig verdreht sind, dem "Gewinde" entlang sind schlitzförmige Öffnungen verteilt. Zuvor aber verdickt sich der Stiel nach mehreren Millimetern in eine Blase, die die Funktion eines Verdauungsorgans hat. Zwischen den Gewinden und der weiter oben gelegenen Blase ist das Rhizophyll hohl und in Kammern unterteilt, die durch gerichtete Härchen voneinander getrennt sind. Die gerichteten Härchen erlauben den einmal durch die Öffnung eingedrungenen Beutetieren nur die Bewegung in Richtung der Blase, daher der deutsche Name „Reusenfalle“. In der Blase und auch in der übrigen Falle sitzen Drüsen, die der Verdauung der Beute dienen. Es ist unklar, warum die gelösten Nährstoffe nicht wieder aus der Falle heraussickern, vermutet wurden u.a. schwache Unterdrücke, die die Fallen wie Pumpen wirken lassen würden. Die bereits von Charles Darwin vermutete Karnivorie der Gattung wurde erst 1998 definitiv belegt. 1998

Blüten

Die Blütenstiele ragen mit bis zu 50 cm Höhe wie bei allen Karnivoren weit über die Pflanze selbst hinaus. An ihrem Ende tragen sie traubenförmige Blütenstände mit bis zu vier meist violetten oder (bei einigen amerikanischen Arten) gelben, gespornten Blüten.

Früchte

Die Früchte der Reusenfallen sind kleine runde Kapseln. Die Art, wie die Früchte sich öffnen, um die Saat freizugeben, die Dehiszenz, dient als Unterscheidung der beiden Untergattungen (siehe unten): Die Samenkapseln von Arten der Untergattung Tayloria öffnen sich entlang länglicher Schlitze, bei den Samenkapseln der Untergattung Genlisea hingegen hebt sich die Spitze der Kapsel am Ende eines spiralförmigen Einschnitts ab.

Vermehrung

In den Früchten enthalten sind einige wenige kleine Samen, diese sind nur kurze Zeit keimfähig. Fast alle Arten vermehren sich darüberhinaus durch Ausläufer, eine künstliche vegetative Vermehrung ist problemlos durch Blatt-, Rhizophyll- oder gar Blütenstielstecklinge möglich.

Verbreitung

Reusenfallen sind Tropenpflanzen, ihre Verbreitungsgebiete sind gleichmäßig zum einen Afrika und Madagaskar sowie zum anderen Mittel- und Südamerika. Die Untergattung Tayloria (siehe unten) ist dabei in ihren Vorkommen auf Ostbrasilien beschränkt. Keine der Arten kommt auf beiden Kontinenten vor. Anders als bisher angenommen, ist diese evolutionäre Trennung nicht auf das Auseinanderdriften der früher zusammengehörigen Kontinente zurückzuführen (Gondwanatheorie), sondern auf nachträgliche Verbringung einer Stammform von Afrika nach Südamerika.

Afrika

In Afrika sind zehn Arten beheimatet, das Hauptvorkommen findet sich im Raum Sambia, Simbabwe, Mosambik und Malawi, von wo es bis nach Angola sowie Madagaskar ausstrahlt. Weitere kleine Verbreitungssgebiete existieren entlang der zentralafrikanischen Küste und im äußersten Westafrika (Guinea, Sierra Leone, Guinea-Bissau, Elfenbeinküste). Interessant ist dabei die Umgehung der hauptsächlich durch Regenwälder bestimmten Länder Zentralafrikas (DR Kongo, Ruanda, Burundi).

Amerika

Das Zentrum der Vorkommen in Amerika ist der Nordosten Südamerikas, hier vor allem Brasilien. Von den elf amerikanischen Arten finden sich dort neun, davon vier als Endemiten. Im benachbarten Venezuela sind sieben Arten beheimatet, zwei endemisch. Nebenvorkommen finden sich in Guyana, Kolumbien, Bolivien und Paraguay, nach Norden hin strahlt die Gattung über Zentralamerika (Honduras) noch bis nach Trinidad und Kuba aus.

Ökologie

Alle Arten besiedeln hauptsächlich extreme, nährstoffarme und humusarme, feuchte bis nasse Standorte vor allem auf Inselbergen und Ferricreten (Eisenkrustenböden), in denen sie häufig gemeinsam mit anderen Karnivoren (insbesondere Wasserschläuchen und Sonnentauen), aber auch Vertretern der Eriocaulaceae, Xyridaceae und Burmanniaceae vorkommen. Daneben finden sich Reusenfallen aber gelegentlich auch in Weißsandsavannen oder Sümpfen, einige wenige semi-aquatische Arten (z.B. G. repens) bevorzugen Gewässerränder als Lebensraum. Da die Inselbergareale, in denen die meisten Arten beheimatet sind, seltene Lebensräume darstellen, sind die Arten zwar selten, sie sind jedoch nicht als bedroht anzusehen.

Verwendung

Ab den frühen 1990er Jahren kamen die ersten Arten bei Karnivorenliebhabern vereinzelt in Kultur. Ähnlich wie ihre Verwandten, die Wasserschläuche, führen sie in entsprechenden Sammlungen jedoch meist ein Schattendasein. Ansonsten wird die Gattung vom Menschen nicht genutzt.

Systematik

Die nächsten Verwandten der Reusenfallen sind die Wasserschläuche. Die Gattung selbst wird noch in zwei Untergattungen gegliedert: Tayloria und Genlisea. Wasserschläuche
- Tayloria
  - Genlisea violacea
  - Genlisea lobata
  - Genlisea uncinata Genlisea uncinata Genlisea uncinata
- Genlisea
  - Genlisea africana
  - Genlisea angolensis
  - Genlisea aurea
  - Genlisea barthlottii
  - Genlisea filiformis
  - Genlisea glabra
  - Genlisea glandulosissima
  - Genlisea guianensis
  - Genlisea hispidula
  - Genlisea margaretae
  - Genlisea pallida
  - Genlisea pygmaea
  - Genlisea repens
  - Genlisea roraimensis
  - Genlisea sanariapoana
  - Genlisea stapfii
  - Genlisea subglabra
  - Genlisea taylorii

Literatur


- Fromm-Trinta, Elza (1984): Genliseas Americanas. in: Sellowia 36
- Meyers-Rice, B. A. (1994): Are Genlisea traps active? A crude calculation. in: Carnivorous Plant Newsletter, 23:2, 40
- Fischer, Eberhard; Porembski, Stefan; Barthlott, Wilhelm (2000): Revision Of The Genus Genlisea (Lentibulariaceae) In Africa And Madagascar With Notes On Ecology And Phytogeography. in: Nordic Journal Of Botany, 20(3)
- Jobson R. W. et. al. (2003): Molecular phylogenetics of Lentibulariaceae inferred from plastid rps16 intron and trnL-F DNA sequences: implications for character evolution and biogeography. Syst Bot 28:157–171
- Barthlott, Wilhelm et. al. (2004): Karnivoren Stuttgart. ISBN 3-8001-4144-2

Weblinks

Kategorie:Wasserschlauchgewächse

Gattung (Biologie)

Die Gattung ist eine hierarchische Stufe der biologischen Systematik. Eine Gattung enthält eine oder mehrere Arten. Ein Beispiel einer Gattung ist die Abies (Tanne). Alle Arten innerhalb einer Gattung haben immer einen zweiteiligen (binominalen) Namen, der neben der Gattungsbezeichnung noch ein Art-Epipheton enthält. Abies alba (die Weißtanne) ist eine Art in der Gattung Abies (Tanne). Diese durchgehend binominale Benennung geht auf Carl von Linné zurück, der sie in seinem Werk Systema Naturae einführte. Wenn eine Gattung nur eine Art enthält, nennt man die Gattung monotypisch. Gattungen selbst werden in Familien zusammengefasst.

Strukturierung einer Gattung

Wenn eine Gattung viele Arten enthält, die nach unterschiedlichen Kriterien geordnet werden können, stehen die folgenden hierarchischen Ränge zur Verfügung:
- Untergattung
- Sektion
- Untersektion
- Serie
- Unterserie Dabei ist es im Ermessen des Biologen, welcher der Ränge angemessen erscheint. Bedeutende Unterschiede werden in der Regel durch Untergattungen ausgedrückt; bei unscheinbaren Variationen wird eher die Sektion benutzt. Es gibt also keine Vorschrift, dass bestimmte Ränge bevorzugt zu benutzen sind. Allerdings wird die Untersektion (bzw. Unterserie) nur gebraucht, wenn auch die Sektion (bzw. Serie) benutzt wird. Kategorie:Taxonomie als:Gattung (Biologie) ms:Genus th:สกุล (ชีววิทยา)

Wasserschlauchgewächse

Die Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae) sind eine Pflanzenfamilie, die zu den Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrigen gehört. Alle Arten der Familie sind Karnivoren, vielfach aquatisch bis semi-aquatisch. Dieser Pflanzenfamilie sind folgende Gattungen zugeordnet:
- Fettkräuter (Pinguicula)
- Reusenfallen (Genlisea)
- Wasserschläuche (Utricularia) Damit werden über 320 Arten dieser Familie zugerechnet, etwa 220 allein sind Wasserschläuche (Utricularia). Die Artenzahl wächst kontinuierlich durch die Entdeckung neuer Spezies.

Literatur


- Casper, S. J.: "Monographie der Gattung Pinguicula", (Bibliotheca Botanica, Heft 127/128), 1966, Stuttgart
- Taylor, Peter: "The Genus Utricularia - A Taxonomic Monograph", London, 1989, ISBN 0947643729
- Fromm-Trinta, Elza: "Genliseas Americanas", in: Sellowia 36, 1984
- Fischer, Eberhard; Porembski, Stefan; Barthlott, Wilhelm: "Revision Of The Genus Genlisea (Lentibulariaceae) In Africa And Madagascar With Notes On Ecology And Phythogeography", in: Nordic Journal Of Botany, 20(3), 2000
- Barthlott, Wilhelm; Porembski, Stefan; Seine, Rüdiger; Theisen, Inge: "Karnivoren", Stuttgart, 2004, ISBN 3-8001-4144-2 !Wasserschlauchgewächse

Art

Der Begriff Art stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet Herkunft, Abstammung, angeborene Eigenheit, Natur, Beschaffenheit. Es gibt verschiedene etymologische Deutungsmöglichkeiten:
- Ackerbau, Ertrag, v. althochdt.: arton = pflügen bzw. griech.: aróein = pflügen
- Fügung, Schicksal, v. indogermanisch "Arm", siehe Gelenk, Verbindung
- vom norwegischen einard = einfach, unvermischt Im Einzelnen bedeutet "Art": #eine Sorte, Genre, (siehe Fehler 1. und 2. Art) #in der Systematik der Biologie eine Kategorie, um Tiere und Pflanzen zu gruppieren, siehe Art (Biologie) #in der Logik einen Grundbegriff: Gattung als Obergriff für eine oder mehrere Arten #eine Kunstrichtung: siehe Land Art, Minimal Art, Pop Art, Art Brut (vom englischen und französischen Wort "art" für "Kunst") #Name einer Kunstzeitung, siehe: art - das Kunstmagazin Des weiteren ist ART die Abkürzung für: #Allgemeine Relativitätstheorie. #ART(Adaptive Resonance Theory)-Netze, ein Typ eines künstlichen neuronalen Netzes #Alternativer Risikotransfer # AntiRetrovirale Therapie [http://www.hiv.net] Art. ist die Abkürzung für:
- Artikel Die Dateinamenserweiterung .art wird für ein von AOL verwendetes Bildformat genutzt. art-Dateien sind stark komprimiert und verlustbehaftet.

Stéphanie Félicité de Genlis

Stéphanie Félicité Du Crest de Saint-Aubin, comtesse de Genlis, marquise de Sillery, (
- 25. Januar 1746 in Champcéry bei Autun; † 31. Dezember 1830 in Paris), war eine französische Hofdame und Schriftstellerin.

Leben

Caroline-Stéphanie-Félicité Du Crest de Saint-Aubin wurde am 25. Januar 1746 auf Schloss Champcéry bei Autun im Burgund geboren. Sie stammte aus einer adligen, aber verarmten Familie aus dem Burgund. Mit sechs Jahren wurde sie als Comtesse de Lancy (nach der Stadt Bourbon-Lancy) in ein adeliges Stift in Alix bei Lyon aufgenommen, erhielt aber trotzdem ihre gesamte Erziehung, die als "glänzend, aber ungeordnet" beschrieben wird, zuhause. Sie war musikalisch begabt und spielte besonders gut Harfe. 1758, in Paris, erwarb sie sich mit ihren Künsten als Harfenistin und ihrem lebhaften Esprit schnell Bewunderung. Mit 16 Jahren mit dem Grafen Charles Brûlart de Genlis verheiratet, gelangte sie 1770 als Ehrendame der Herzogin von Chartres, der Mutter des späteren Königs Louis-Philippe, in das Palais Royal und wurde mit der Erziehung der herzoglichen Kinder beauftragt. Eine Aufgabe, die sie neun Jahre lang erfüllte. Mit der Revolution sympathisierte sie, mußte aber dennoch Frankreich meiden, machte Reisen in die Schweiz und nach Deutschland und kehrte unter dem Konsulat nach Frankreich zurück. Napoleon bewilligte ihr eine Pension, und der Herzog von Orléans gab ihr unter der Restauration ein Gnadengehalt. Sie befehdete heftig die Frau von Stael und starb als Parteigängerin streng katholischer Richtung und Gegnerin Voltaires. Sie verfasste pädagogische und historische Schriften, dazu gegen 100 "frivole" Romane und eine Menge moralischer Lustspiele, in denen keine männliche Rolle und keine Liebesintrige vorkamen, und die heute vollständig vergessen sind. Ihre historischen Schriften leiden an Ungenauigkeit und Parteilichkeit. Am interessantesten sind noch ihre Mémoires inédits sur le XVIII. siècle et la Révolution française (Paris 1825, 10 Bände). Die Biographie der Comtesse wurde auch selbst Gegenstand literarischer Werke, unter anderem durch Charlotte Niese.

Werke

Pädagogische Schriften


- Théâtre à l'usage des jeunes Personnes, ou Théâtre d'Éducation. 7 Bände. Paris, 1779, 1785. – Berlin, 1795
- Théâtre de Société. – Paris, 1781, 1782. – Genf, 1781
- Adèle et Théodore : ou Lettres sur l'Éducation. – 3 Bände. Paris : Éd. Lambert et Baudoin, 1782, 1785, 1789, an X. – Hamburg, 1783. – Maastricht, 1784
- Les Veillées du Château : ou Cours de Morale à l'usage des Enfans. – Paris : Éd. Lambert et Baudoin, 1784
- La Religion considérée comme l'unique base du Bonheur et de la véritable Philosophie. – 1. und 2. Auflage. Paris, 1787
- Pièces tirées de l'Écriture-Sainte. – Genf, 1787
- Discours sur la suppression des Couvens des Religieuses, et sur l'Éducation publique des Femmes. – 1790
- Discours sur l'Éducation de M. le Dauphin, et sur l'Adoption. – Paris, 1790
- Leçons d'une Gouvernante à ses Élèves : ou Fragmens d'un Journal, qui a été fait pour l'éducation des enfans du duc d'Orléans. – Paris, 1791
- Discours sur l'Education publique du Peuple. – 1791
- Nouveau Théâtre sentimental, à l'usage de la Jeunesse. – 1791
- Discours sur le Luxe et l'Hospitalité : considérés sous leurs rapports avec les mœurs et l'éducation nationale. – 1791
-
Dictionnaire critique et raisonné des étiquettes de la Cour. Des usages du monde, des amusements, des modes, des mœurs, etc. des François, depuis la mort de Louis XIII jusqu'à nos jours. – Paris: P. Mongie aîné, 1818

Historische Schriften


-
Histoire De Henri Le Grand. – Paris : Maradan, 1815

Biographische Schriften


-
Mémoires inédits de Madame la Comtesse de Genlis. Sur le dix-huitième siècle et la révolution française, depuis 1756 jusqu’à nos jours. – 10 Bände. Paris: Ladvocat, 1825. (dt. 1826) – Neuauflage: Paris: Mercure de France, 2004. – ISBN 2715224605
-
Lettres (1902)

Romane


-
Les chevaliers du cygne : ou la cour de Charlemagne. – Hamburg, 1795
-
Mademoiselle de Clermont : Nouvelle historique. Paris : Éditions Maradan, an X (1802)
-
La duchesse de la Vallière. – Paris, 1804
-
Madame de Maintenon : Pour servir de suite à l’histoire de la duchesse de la Vallière. – Paris : Maradan, 1806
-
Mademoiselle de La Fayette : ou le Siècle de Louis XIII. – Paris : Maradan, 1813

Literatur


- Charles-Augustin Sainte-Beuve:
Les Causeries du Lundi. Band 3, S. 19-38. – Paris : Ed. Garnier Frères, 1850 http://visualiseur.bnf.fr/CadresFenetre?O=NUMM-37438&M=pagination&Y=Image Document électronique
- Honoré Bonhomme:
Madame la Comtesse de Genlis, sa vie, son œuvre, sa mort (1746–1830). – Paris : Librairie des bibliophiles, 1885
- Amélie-Césarée Carette (née Bouvet):
Madame la comtesse de Genlis. – Paris : Ollendorf, 1893
- Gaston Maugras:
»L'Idylle d'un Gouverneur« : La Comtesse de Genlis et le Duc de Chartres. – Paris : Plon, 1904
- Gabriel de Broglie:
Madame de Genlis. – Paris, Perrin, 1985. – ISBN 2262018405 (Grand Prix Gobert de l'Académie française)
- Marie-Emmanuelle Plagnol-Diéval:
Bibliographie des écrivains français : madame de Genlis – Paris, Rom : Memini, 1996. – ISBN 8886609078
- Marie-Emmanuelle Plagnol-Diéval:
Madame de Genlis et le théâtre d'éducation au XVIIIe siècle. – Oxford : The Voltaire Foundation, 1997. – coll.: « Studies on Voltaire and the eighteenth century ». – ISBN 0729405435.

Weblinks


-
- [http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=1325 Englische und Deutsche Gespräche, 1809] Genlis, Stéphanie Félicité de Genlis, Stéphanie Félicité de Genlis, Stéphanie Félicité de Genlis, Stéphanie Félicité de Genlis, Stéphanie Félicité de Genlis, Stéphanie Félicité de Genlis, Stéphanie Félicité de Genlis, Stéphanie Félicité de


Kräuter

Mit dem Begriff Kraut (von althochdeutsch krut: nutzbares Gewächs) wurden nützliche Blattpflanzen bezeichnet, im Gegensatz zu Unkraut; (verw. Gemüse). Im Süddeutschen steht Kraut allgemein für Kohl (z.B. Blaukraut, und nicht Rotkohl). "Kraut" werden genannt:
- Pflanzen, deren oberirdische Teile nicht verholzen.
- Heilpflanzen, Gewürzpflanzen
- das Grüne, nicht verwertbare bestimmter Pflanzen (das Kraut der Rüben)
- Kohl, insbesondere als Sauerkraut - sauer eingelegter Weißkohl (landsch.)
- Wildkräuter, Auf der Alm und Weiden wachsendes "Unkraut"
- Obstsirup: Apfelkraut, Birnenkraut
- Rübenkraut: Sirup der Zuckerrübe (nicht das Grüne der Rübe)
- Schießpulver (Jägersprache)
- Krabben, Garnelen (niederdeutsch)
- Krauts (im Englischen) abwertender Ausdruck für Deutsche In der Botanik bezeichnet Kraut eine spezielle Pflanzenwuchsform. Nicht ausdauernde Pflanzen werden dabei als Kräuter bezeichnet, und weiter in einjährige Kräuter und zweijährige Kräuter unterteilt. ja:ハーブ

Wimpertierchen

Wimpertierchen (Chilophora, Ciliata) sind eukaryotische, einzellige Lebewesen, die im Süßwasser, Meer und Boden vorkommen und deren Zelloberfläche ganz oder teilweise von Wimpern bedeckt ist, die zur Fortbewegung und zum Herbeistrudeln von partikulärer Nahrung dienen. Wimpertierchen sind ein Stamm der Protisten, zu denen etwa 7500 Arten gezählt werden. Sie gelten als die am höchsten entwickelten und am stärksten differenzierten Protisten.

Aufbau

Ihre Länge beträgt zwischen 50 und 300 Mikrometer. Bei bestimmten Arten beträgt die Länge sogar mehr als 1 Millimeter. Ein Netz aus kontraktilen Fibrillen, wie Actinmyosin- und Mikrotubulifilamenten, ermöglicht es den Ciliata, ihre Oberflächenstruktur zu verändern und so auf chemische wie physische Reize zu reagieren. Besonders auf Änderungen der Sauerstoff- und Kohlendioxidkonzentration reagieren Wimpertierchen mit Bewegungsrichtungsänderungen, bis sie sich in ein Milieu mit günstigeren Bedingungen befinden. Ähnlich wie die Wimpern angeordnete Trichocysten sind in der Lage, auf Reize einen langen Proteinfaden nach aussen zu schleudern, dessen Funktion allerdings noch nicht ganz klar ist. Zudem können bei räuberischen Arten auch sogenannte Toxicysten vorkommen, welche sich ähnlich wie die Nesselkapseln der Cnidaria entladen, durch die Membran der Opfer durchschlagen und toxische Stoffe injizieren können, um diese zu immobilisieren. Ein besonderes Kennzeichen der Ciliaten ist der so genannte Kerndimorphismus, das heißt, es kommen bei ihnen unterschiedlich große Zellkerne vor: ein diploider kleiner Kern, der Mikronukleus, und ein polyploider großer Kern, der Makronukleus. Der Makronukleus steuert das Soma, stellt also das vegetative Zentrum der Zelle dar, und kann vom Mikronukleus, welcher die Keimbahn steuert, regeneriert werden. Wird der Mikronukleus aus einem Individuum entfernt, ist es zwar noch lebensfähig, verliert aber die Fähigkeit, sich zu vermehren. Es gibt Ciliataformen mit mehreren Mikronuklei und auch welche, die zwar mehrere Nuclei besitzen, bei denen aber noch keine Trennung von Soma und Keimbahn vollzogen ist.

Lebensweise

Ciliata kommen als Einzelindividuen meist in kolonieförmigen Ansiedlungen in allen feuchten Gebieten der Welt vor. Es gibt freischwimmende und festsitzende Formen. Einige können kommensalisch leben, wie die Enodinia im Pansen von Wiederkäuern. Diese können mit Hilfe von Cellulasen die Cellulose aus der aufgenommenen Nahrung zersetzen. Manche leben auch symbiontisch mit in der Innenschicht eingelagerten Grünalgen (Zoochlorellen). Wieder andere leben rein parasitär, wie der Ichthyophthirius multifiliiis, ein Hauptparasit der Aquarienfische.

Fortpflanzung

Neben der Querteilung sind die Wimpertierchen in der Lage, mittels einer Konjugation mit Hilfe einer sogenannten Plasmabrücke das Genmaterial zwischen verschiedenen Individuen auszutauschen. Dieser Austausch findet nur zwischen Individuen statt, die verschiedenen Paarungstypen angehören. So wird verhindert, dass Angehörige desselben Paarungstyps Genmaterial austauschen. Die Paarungstypen werden durch Glycoproteine auf der Oberfläche definiert. Bei diesem Prozess, der Konjugation, löst sich der Makronukleus allmählich auf und aus den Mikronuklei beider Partner entstehen durch beide Teilungsvorgänge der Meiose jeweils vier haploide Kerne. Bis auf jeweils einen dieser haploiden Kerne lösen sich alle so entstandenen Kerne ebenfalls wieder auf. Die beiden verbliebenen Kerne teilen sich nun in einer weiteren Mitose in zwei haploide Kerne, einen stationären Kern und einen Wanderkern. Der stationäre Kern wird auch als weiblicher, der Wanderkern als männlicher Kern bezeichnet. Der stationäre, wie der Name schon sagt, bleibt im jeweiligen Individuum, der Wanderkern dringt über die Plasmabrücke in den Konjugationspartner ein und verschmilzt dort mit dessen stationären Kern. Damit hat nun jedes Individuum einen diploiden Kern. Nach der Trennung beider Geschlechtspartner wird durch eine weitere Mitose der diploide Kern verdoppelt, aus einem der beiden Tochterkerne wird durch Polyploidisierung der Makronukleus aufgebaut, der andere Tochterkern bleibt unverändert als Mikronukleus. Bei der Konjugation findet demnach nur ein Sexualvorgang ohne Vermehrung statt. Die eigentliche Vermehrung findet ohne Partner durch eine normale Zellteilung statt. Die Konjugation dient hier demnach nicht der Vermehrung sondern nur der Rekombination der Gene.

Ernährung

Die Ernährung verläuft über ein Cytostom, eine mundähnliche Öffnung, durch die das Nahrungspartikel, in einer sogenannten Nahrungsvakuole verpackt, in das Zellinnere gelangt. Dort kreist die Vakuole einmal durch den gesamten Zellkörper, während sie durch Acidosome angesäuert und durch Lysosomen mit Hydrolasen versorgt wird. In ihrem Inneren wird die Nahrung zersetzt. Die lebensnotwendigen Stoffe werden in das Cytoplasma aufgenommen und die Reststoffe an einer Art Zellafter, der Cytopyge, ausgeschieden. Der zyklische Vorgang wird auch Cyclose genannt.

Osmoregulation

Die in Süsswasser lebenden Ciliata besitzen zudem eine, zwei oder mehrere kontraktile Vakuolen, welche die Funktion eines osmoregulatorischen Drainagesystems erfüllen. Dazu liegen Mikrotubulifilamente in Verbänden um eine Art Sammelkanäle, welche sich durch das gesamte Zellinnere ziehen. Über einen Exkretionsporus gelangt das aufgesammelte Wasser nach aussen. Wie genau dieser Apparat funktioniert, ist bisher umstritten, klar allerdings ist seine osmotische Funktion, da dieser Apparat nur bei Süsswasserarten vorkommt und dort auf Veränderung des osmotischen Druckes mit pulsierenden Kontraktionsveränderung reagiert. Dies ist deshalb so wichtig, weil durch eine geringere Ionenkonzentration im Aussenmedium das Wasser leicht durch die Membran in das Zellinnere übergeht und so die Zelle zum Platzen bringen könnte, wenn es nicht ständig durch eine kontraktile Vakuole wieder nach aussen transportiert.

Beispiele

Die berühmtesten Beispiele für Ciliata sind das Pantoffeltierchen (Paramecium), das Trompetentierchen (Stentor) und das Glockentierchen (Vorticella). Glockentierchen Siehe auch: Waffentierchen, Parasiten des Menschen

Weblinks


- [http://www.dr-ralf-wagner.de/wimpertierchen.html weitere Bilder zu Wimpertierchen] Kategorie:Protozoen und Algen
- [http://www.limno-kosmos.de/info/plankton.htm Videoclips, Fotos und Beschreibungen] Kategorie:Protozoen und Algen ja:繊毛虫

Fadenwürmer

Die Fadenwürmer (Nematoda) beziehungsweise eingedeutscht Nematoden sind einer der artenreichsten Stämme des Tierreichs. Bislang wurden mehr als 20.000 verschiedene Arten beschrieben.

Merkmale

Nematoden sind triploblastische Urmünder (Protostomia). Sie haben eine typisch wurmförmige Gestalt, lang und im Querschnitt rund. Eine Segmentierung fehlt. Die Körperhöhle ist ein enges Pseudocoel, wie auch bei vielen anderen kleineren Tierstämmen. Der Mund liegt vorne und wird häufig von Fortsätzen umgeben, die für die Nahrungsaufnahme und zum Tasten benutzt werden. Der Anus liegt kurz vor dem spitzen Hinterende. Die Epidermis sondert eine mehrlagige Cuticula ab, die die Nematoden vor Austrocknung oder anderen ungünstigen Umweltbedingungen schützt, bei parasitischen Arten auch vor den Verdauungssäften des Wirtes.

Lebensweise

Die Nematoden kommen fast überall vor, im Meer, Süßwasser und in terrestrischen Biotopen. Häufig sind mehr Nematoden nach Arten und Anzahlen vorhanden als alle anderen vielzelligen Tiere (Metazoa). Es gibt auch eine erhebliche Anzahl parasitischer Arten, sowohl in Pflanzen (siehe etwa Rübenälchen) als auch in Tieren einschließlich des Menschen. Dazu gehört zum Beispiel der Spulwurm (Ascaris lumbricoides), die Mikrofilarien Wuchereria bancrofti und Brugia malayi, der Madenwurm (Enterobius vermicularis) oder der Zwergfadenwurm (Strongyloides stercoralis). Die Nematoden häuten sich und werden daher sowie aufgrund von RNA-Untersuchungen innerhalb der Urmünder (Protostomia) zu den Häutungstieren (Ecdysozoa) gerechnet. Die meisten freilebenden Nematoden sind mikroskopisch klein und gehören zur Meiofauna. Lediglich Parasiten, wie der Pferdespulwurm können mehrere Meter lang werden. Nematoden besitzen Längsmuskulatur sowie ein dazu antagonistisch arbeitendes Hydroskelett. Die Nahrung ist unterschiedlich und reicht bei freilebenden Arten von Bakterien und Algen über Pilze, Aas und Fäkalien bis hin zu räuberisch erbeuteten Tieren.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung erfolgt sexuell oft mit zwei getrennten Geschlechtern. Die Männchen sind typischerweise kleiner als die Weibchen und haben oft einen charakteristisch gebogenen Schwanz. Allerdings sind auch selbstbefruchtende Hermaphroditen, wie zum Beispiel Caenorhabditis elegans keine Seltenheit. Bei freilebenden Arten erfolgt die Entwicklung meist direkt mit vier Häutungen im Verlauf des Wachstums. Parasiten haben oft einen recht komplizierten Zyklus mit Wirtswechseln oder Organwechseln im Wirt. Die Infektion geschieht meist durch rohes Fleisch mit Larven (beispielsweise Trichinen) oder durch Aufnahme von Fäkalien (beispielsweise von Hunden) aufgrund mangelnder Hygiene.

Taxonomie

Die Nematoden wurden ursprünglich von Nathan Cobb im Jahr 1919 als Stamm Nemata eingeführt, später als Klasse Nematoda in einem nicht mehr gültigen Stamm Aschelminthes klassifiziert. Hier werden die Fadenwürmer als eigener Stamm geführt.
- Klasse Adenophorea
  - Unterklasse Enoplia
  - Unterklasse Chromadoria
- Klasse Secernentea
  - Unterklasse Rhabditia
  - Unterklasse Spiruria
  - Unterklasse Diplogasteria

Menschen und Fadenwürmer

Die Art Caenorhabditis elegans ist aufgrund ihrer einfachen Haltung und der Zellkonstanz (Eutelie) zu einem beliebten "Haustier" der Genetiker geworden und fungiert als Modellorganismus.

Weblinks


- [http://www.nematode.net/index.php Nematode Net] Nematoden-Systematik Kategorie:Wirbellose ja:線形動物 ko:선형동물 ms:Cacing Gelang

Strudelwürmer

Bei den Strudelwürmern (Turbellaria) handelt es sich um eine Klasse der Plattwürmer (Plathelminthes). Das Taxon umfasst etwa 3000 rezente Arten und ist nicht monophyletisch; vielmehr werden alle freilebenden Plattwürmer zu den Strudelwürmern gerechnet.

Merkmale

Die Tubellaria ernähren sich räuberisch. Alle Mitglieder dieser Klasse sind hermaphroditisch d.h. ein Individuum hat beide Geschlechter, dennoch befruchten sie sich gegenseitig. Nur sehr selten kommt es zur Selbstbefruchtung.

Vorkommen

Die Turbellaria teilen sich in mehrere Ordnungen. Sie kommen sowohl marin als auch im Süßwasser vor. Ein typischer Vertreter der Turbellaria ist die Bachplanarie (Dugesia gonocephala) und sie ist auch recht häufig in sauberen Fließgewässern zu finden.

Bedeutung für die Forschung

Die Planarie Dugesia tigrina und einige weitere Arten der Gattung Dugesia, Familie Tricladida, Ordnung Seriata haben für die aktuelle Forschung eine besondere Bedeutung, weil sie über eine nahezu einzigartige Eigenschaft verfügen. In ihrem Bindegewebe besitzen sie überall zahllose Stammzellen, die bei großen und kleinen Verletzungen jederzeit neue Nerven, Muskeln, Sinnesorgane oder andere Gewebe ausbilden können. Auch ein kleines Wurmstück behält so das Potential zum ganzen Tier. Auf Grund dieser Regenerationsfähigkeit spielt die Planarie eine zentrale Rolle in der aktuellen Regenerationsforschung und es ist Wissenschaftlern unlängst gelungen, die Genfunktion der Planarien systematisch zu entschlüsseln. Da trotz geringer Verwandschaft zwischen Planarien und Menschen viele bei Planarien gefundenen Gene auch beim Menschen vorhanden sind, kann das Verständnis über die Regeneration bei Planarien ebenfalls zu Informationen darüber führen, wie man Stammzellen beim Menschen anwenden könnte. Wird doch speziell in der regenerativen Medizin mit Hochdruck versucht, durch Krankheit oder Verletzung zerstörte menschliche Organe und Gewebe nachwachsen zu lassen. Damit wären dann einige bislang schwer oder überhaupt nicht heilbare Leiden doch erfolgreich zu behandeln. Auch in der Grundlagenforschung zu Gehirnfunktionen und Gedächtnis haben Planarien schon eine längere Geschichte.

Systematik

Die anderen Klassen der Plattwürmer, die Bandwürmer (Cestoda), Saugwürmer (Trematoda) und Hakensaugwürmer (Monogenea), werden als Neodermata zusammengefasst. Das folgende Diagramm stellt die vermutlichen Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Klasse der Strudelwürmer dar: Strudelwürmer (Turbellaria) |--Catenulida |--Euplatyhelmithes |--Acoelomorpha | |--Nemertodermata | |--Acoela | |--Rhabditophora |--Macrostomata | |--Macrostomida | |--Haplopharyngida |--Trepaxonemata |--Polycladida |--Neoophora |--Seriata |--Tricladida |--Dugesia (Planarien) |--Lecithoepitheliata |--Prolecithophora |--Rhabdocoela Nach kladistischer Systematik werden die parasitischen Neodermata, die klassisch nicht zu den Strudelwürmern gezählt werden, in die Rhabdocoela eingeordnet. Siehe auch: Systematik des Tierreiches Kategorie:Wirbellose

Drüsen

Als Drüse (lat. glandula) wird in der Anatomie ein Organ bezeichnet, das eine besondere Substanz bildet und diese als Sekret nach außen, oder als Hormon direkt in die Blutbahn absondert. Drüsen können nach unterschiedlichen Gesichtspunkten eingeteilt werden (siehe Weblink). Obige Definition setzt das Vorhandensein eines Ausführungsganges als Unterscheidungskriterium voraus. Über diesen wird das Sekret an die Oberfläche der Haut oder einer Schleimhaut geführt. Diese Drüsen werden somit als exokrine Drüsen bezeichnet. Die Entstehung des Ausführungsganges erklärt sich aus der Tatsache, dass diese Drüsen in ihrer embryonalen Entstehungsgeschichte von der Oberfläche des Epithels in die Tiefe verlagert wurden und sich dort zu Organen mit den für diese typischen spezialisierten Epithelzellen differenziert haben, dabei aber mit der ursprünglichen Epitheloberfläche in Verbindung blieben.

Exokrine Drüsen

Man unterscheidet Exokrine Drüsen nach der Art ihrer Sekretabgabe: Ekkrine Drüsen (Zellen bleiben nach der Sekretion intakt): seröse Drüsen produzieren ein dünnflüssiges, enzymhaltiges Sekret
- Parotis (Ohrspeicheldrüse)
- Pankreas (Bauchspeicheldrüse)
- Brunner'sche Drüse (12-Finger Darm) muköse Drüsen produzieren zähflüssiges,schleimiges Sekret
- Drüse am Gebärmutterhals
- Drüsen im Rachenraum und an der Zungenwurzel
- Cowper'sche Drüse (an der männl. Harnröhre) gemischte Drüsen produzieren je nach Bedarf seröse od. muköse Ausscheidungen
- Becherzellen der Atemwege
- Unterkiefer-und Unterzungenspeicheldrüse Apokrine Drüsen (ein Großteil der Drüsenzellen wird als Sekret abgestoßen):
- Duftdrüsen (Achselhöhle)
- Milchdrüsen der weibl. Brust Holokrine Drüsen (Zellen gehen bei der Sekretion zugrunde sodass der Zellleib selbst als Sekret übergeht; ständige Neubildung ist notwendig)
- Talgdrüse

Endokrine Drüsen

Im Gegensatz dazu werden Drüsen ohne Ausführungsgang als Hormondrüsen oder endokrine Drüsen bezeichnet. Diese geben ihre Wirkstoffe (Hormone) direkt ins Blut ab. Die Gesamtheit dieser Drüsen wird als Endokrines System bezeichnet.

Siehe auch


- Drüsenfieber

Weblinks


- [http://www.uni-mainz.de/FB/Medizin/Anatomie/workshop/EM/EMDruesen.html Alle Einteilungsmöglichkeiten und Verweise auf die einzelnen Drüsen (Uni Mainz)] Kategorie:Anatomie

Charles Darwin

Charles Robert Darwin (
- 12. Februar 1809 in The Mount (einem Teil von Shrewsbury), England, † 19. April 1882 in Downe (gehört heute zu London-Bromley) war ein britischer Naturforscher und gilt als einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler überhaupt. Charles Darwin entwickelte in einem langen und produktiven Leben die erste Theorie eines natürlichen Prinzips für Evolution, die natürliche Selektion. Sie erklärt die langsame Aufspaltung der Organismen in viele verschiedene Arten als Folge von Anpassungen an den Lebensraum. Von dieser Theorie leiten sich heutzutage alle modernen Evolutionstheorien ab. Siehe auch Darwinismus.

Leben

Jugend und Ausbildung (1809–1831)

Darwinismus Darwin wurde in Shrewsbury, England als fünftes von sechs Kindern und als zweiter Sohn in einem Landstädtchen geboren. Die Eltern waren Robert und Susannah Darwin, seine Großväter waren der Kunstkeramiker Josiah Wedgwood und der Naturwissenschaftler Erasmus Darwin. Schon als Junge befasste Charles sich mit der Naturgeschichte. Darwin besuchte die Shrewsbury School for Boys, vor deren altem Gebäude im Stadtzentrum, das heute die Stadtbücherei beherbergt, er als Statue auf einem Stuhl sitzend thront. Nach der Schule studierte Darwin ab 1825 Medizin in Edinburgh. Dort wurde er von Robert Edmund Grant beeinflusst, einem Anhänger Lamarcks. Wegen seiner Abneigung gegen das Sezieren und die grausamen Zustände bei Operationen zur damaligen Zeit - die Narkose war noch nicht erfunden - brach er sein Studium 1827 ab. Sein Vater schrieb ihn in Cambridge für Theologie ein, da er sich wegen des Studienabbruchs befürchtete, aus seinem Sohn würde nichts werden. Er hoffte, dass Charles einmal Pfarrer werden würde. Das Theologiestudium war zur damaligen Zeit eine übliche Laufbahn für einen naturbegeisterten Menschen, ein Umstand, der sich später nicht zuletzt durch Darwin ändern sollte. In Cambridge studierte Darwin zwar gewissenhaft auch die theologische Literatur, besonders begeisterte ihn aber die Biologie. In Cambridge wurde er von Wissenschaftlern wie William Whewell, Adam Sedgwick und John Stevens Henslow für die Naturwissenschaften wie Geologie begeistert. Aber auch schon vorher sammelte er gerne Käfer, eine Leidenschaft, zu der er durch seinen Cousin William Darwin Fox kam. Darwin beendete sein Studium am Christ College der Universität Cambridge mit dem Examen.

Beagle (1831–1836)

Darwin wollte mit einigen Studienkollegen nach dem Abschluss des Studiums Madeira besuchen, aber dieser Plan wurde nicht verwirklicht. Henslow jedoch empfahl ihn als Begleiter für Robert Fitzroy, dem Kapitän der HMS Beagle, die zu einer fünfjährigen Expedition (1831-1836) aufbrechen sollte, um die Küstenlinie Südamerikas zu kartieren. Vor der Abfahrt verbrachte Darwin noch ein paar Wochen mit Sedgwick und erforschte Gesteinsschichten in Wales. Abgesehen von ein paar Vorlesungen in Edinburgh waren dieses die einzigen geologischen Studien Darwins. Ende Dezember 1831 war es dann so weit: die Beagle stach von England aus in See. Während der fünfjährigen Fahrt teilte er eine Kabine mit Fitzroy. Darwins Arbeit während der Expedition erlaubte es ihm, sowohl die geologischen Eigenschaften von Kontinent und Inseln wie auch eine Vielzahl von Lebewesen und Fossilien zu studieren. Auf seiner Reise besuchte er die Kapverdischen Inseln, die Falklandinseln, die südamerikanische Küste, die Galápagos-Inseln und Australien, wobei er eine beträchtliche Zahl von Proben sammelte. Die Fragen zu Flora und Fauna der besuchten Gebiete, die Darwin sich während der Fahrt stellte, waren der Ausgangspunkt für die Evolutionstheorien, die Darwin später weltberühmt machen sollten.

Karriere und Anfänge der Theorie (1836–1839)

1836, nach seiner Rückkehr, analysierte Darwin die gesammelten Stücke und bemerkte Ähnlichkeiten zwischen Fossilien und noch lebenden Tieren in der gleichen geografischen Region. Insbesondere fiel ihm auf, dass jede Insel ihre eigenen Schildkröten- und Vogelarten hatte, die sich leicht voneinander in Aussehen, Ernährung usw. unterschieden, ansonsten sich aber recht ähnlich waren. Besonders bei den Exemplaren der Galápagos-Inseln war das klar zu sehen. Er entwickelte die Theorie, dass z. B. all die verschiedenen Schildkrötenarten von einer einzigen Art abstammten und sich an die unterschiedlichen Lebensbedingungen der verschiedenen Inseln angepasst hatten. Auf diesen Gedanken aufbauend formulierte er seine Überlegungen zu den Veränderungen und Entwicklungen der Arten in seinem Notebook on the Transmutation of Species. Sie standen im Einklang mit Lyells Principles of Geology und Thomas Robert Malthus Essay on the Principle of Population. Malthus war der Meinung, dass die Bevölkerung schneller wächst als die Nahrungsmittelproduktion und deshalb durch Hungersnöte begrenzt wird. Malthus war zu dem Schluss gekommen, dass die Bevölkerung in geometrischer Reihe (2,4,8,16 ...) ansteigt, die Ressourcen (Nahrungsmittel) jedoch nur in arithmetischer Reihe (2,3,4,5 ...) zunehmen. Die düstere Folge davon waren für Malthus Überbevölkerung und Hungersnöte (Wuketits, Franz M.: Charles Darwin. Der stille Revolutionär, o. Aufl. München - Zürich 1987).

Heirat und Kinder

Wuketits, Franz M. Darwin heiratete 1839 seine Kusine Emma Wedgwood. Nach einigen Jahren in London zogen sie schließlich nach Downe House in Downe, Grafschaft Kent. Die Darwins hatten 10 Kinder, von denen drei früh starben.

Entwicklung der Theorien (1839–1858)

Zwischen 1839 und 1843 wurde Darwins Zoology of the Voyage of H.M.S. Beagle in fünf Bänden veröffentlicht. 1842 schrieb Darwin seine Theorie in einem kurzen Entwurf nieder, woraus bis 1844 eine 240 Seiten umfassende Abhandlung wurde, die eine erweiterte Version seiner frühen Ideen über die natürliche Selektion war. Zwischen 1844 und 1858 modifizierte er diese Theorie vielfach.

Veröffentlichung der Theorie (1858)

Am 1. Juli 1858 wurde Darwins Schrift über den Ursprung der Arten durch Mittel der natürlichen Selektion oder die Erhaltung bevorzugter Rassen im Kampf um das Leben vor der Königlichen Linné-Gesellschaft verlesen, am gleichen Tag wie auch eine Schrift von Alfred Russel Wallace, der unabhängig von Darwin eine ähnliche Theorie ("Survival of the Fittest") entwickelt hatte. Darwins Buch Vom Ursprung der Arten durch Mittel der natürlichen Selektion oder die Erhaltung bevorzugter Rassen im Kampf um das Leben wurde ein Jahr später veröffentlicht und erregte so viel Interesse, dass die Bestände des Verlags noch am ersten Tag komplett an die Buchläden verkauft wurden. In seinen späteren Büchern The Variation of Animals and Plants Under Domestication (1868), The Descent of Man, and Selection in Relation to Sex (1871) und The Expression of Emotions in Animals and Man (1872) führte Darwin viele Themen weiter aus, die er in 'Ursprung der Arten' vorgestellt hatte.

Reaktionen (1858–1882)

Trotz einiger anfänglicher Kritik wurde Darwins Arbeit in der wissenschaftlichen Welt anerkannt. 1839 wurde er Mitglied der Royal Society und 1878 Mitglied im französischen Gegenstück, der französischen Akademie der Wissenschaften. 1875 veröffentlichte Darwin sein Werk Insectivorous plants., mit dem er bewies, dass zahlreiche Pflanzen fleischfressende Pflanzen sind. Damit überwand er Linnés Dogma von der Widernatürlichkeit der Idee karnivorer Pflanzen. Insectivorous plants. ist bis heute ein Standardwerk zum Thema.

Tod und Nachleben (ab 1882)

Darwin starb in Downe am 19. April 1882 und wurde in der Westminster Abbey bestattet. Im Jahr 2000 wurde sein Bild auf die britische 10-Pfund-Note gedruckt und ersetzte damit Charles Dickens. Ein Grund soll gewesen sein, dass sein eindrucksvoller Bart schwer zu fälschen wäre. Siehe auch: Zeittafel der Evolutionsforschung, Evolutionstheorie, Kreationismus, Neodarwinistische Evolutionstheorie, Systemtheorie der Evolution, Darwinismus, Sozialdarwinismus, Downe House, Deszendenztheorie.

Werk

Darwin vertrat 4 Hypothesen, auf denen seine Evolutionstheorie aufgebaut ist: # Veränderlichkeit: Die Welt ist demnach nicht unveränderlich, sondern unterliegt einem kontinuierlichen Veränderungsprozess. # Gemeinsame Abstammung: Alle Organismen stammen durch einen kontinuierlichen Verzweigungsprozess von gemeinsamen Vorfahren ab. # Allmählichkeit der Evolution: Die Evolution erfolgt nach Darwin stets allmählich und nicht in Sprüngen. # Natürliche Auslese: Die am besten angepassten Individuen zeugen am meisten Nachkommen, dadurch werden schlechter Angepasste verdrängt. Abänderungen, welche weder vorteilhaft noch von Nachteil sind, werden von diesem Prozess nicht berührt. Diese Hypothesen beruhen auf drei Schlussfolgerungen aus folgenden Annahmen: # Alle Arten besitzen eine derart potentielle Fruchtbarkeit, dass ihre Populationsgröße exponentiell anwachsen würde, wenn alle Individuen sich wieder erfolgreich fortpflanzen würden. # Eine Population ist normalerweise weitgehend stabil. # Die natürlichen Ressourcen sind begrenzt, aber relativ konstant. # Zwei Individuen einer Art sind niemals gleich. Damit ergibt sich eine große Variabilität innerhalb einer Population. # Ein großer Teil der Variabilität ist erblich. Folgerungen:
- 4.1. Aus den Tatsachen ergibt sich, dass unter den Individuen einer Population ein Kampf ums Dasein stattfinden muss und nur ein Teil der Nachkommen überleben kann.
- 4.2 Das Überleben im Kampf ums Dasein erfolgt nicht zufällig, sondern hängt zum großen Teil von der erblichen Konstitution der überlebenden Individuen ab. Dieses ungleiche Überleben ist ein natürlicher Ausleseprozess.
- 4.3 Im Verlauf von Generationen führt die natürliche Auslese zur allmählichen Abänderung der Population, d. h. zur Evolution und Erzeugung neuer Arten. Da Darwin seine Vorstellungen mit dem sich damals entwickelnden Sozialdarwinismus auch auf soziale Konflikte übertragen sah, versuchte er sich davon in einigen Spätwerken zu distanzieren. So betont er in Descent of Man: Moralische Fähigkeiten sind höher einzustufen als intellektuelle. Moralische Eigenschaften erleben einen direkten oder indirekten Fortschritt weit mehr durch das Einwirken von Gewohnheit, Vernunft, Anleitung, Religion etc. denn durch die natürliche Auslese.

Werke


- Narrative of the Surveying Voyages of Her Majesty’s Ships ‘Adventure’ and ‘Beagle’ between the years 1826 and 1836, describing their examination of the Southern shores of South America, and the ‘Beagle’s’ circumnavigation of the globe. (1839)
- The Structure and Distribution of Coral Reefs. Being the First Part of the Geology of the Voyage of the Beagle. (1842)
- Geological observations on Coral Reefs, Volcanic Islands, and on South America: being the Geology of the Voyage of the Beagle, under the Command of Capt. FitzRoy, during the Years 1832-36. (1842-1846)
- Journal of Researches into the Natural History and Geology of the countries visited during the Voyage of H.M.S. ‘Beagle’ round the world, under the command of Captain Fitz-Roy, R.N. (1845)
- A Monograph of the Fossil Lepadidae; or, Pedunculated Cirripedes of Great Britain. (1851)
- A Monograph of the Sub-class Cirripedia, with Figures of all the Species. The Lepadidae; or, Pedunculated Cirripedes. (1851)
- A Monograph on the Fossil Balanidæ and Verrucidæ of Great Britain. (1854)
- Monograph of the Sub-class Cirripedia, with Figures of all the Species. The Balanidae (or Sessile Cirripedes); the Verrucidae, etc. (1854)
- Die Entstehung der Arten (On the origin of species by means of natural selection or the preservation of favoured races in the struggle for life., 1859)
- On the various contrivances by which British and foreign orchids are fertilised by insects. (1862)
- The variation of animals and plants under domestication. (1868)
- The descent of man and selection in relation to sex. (1871)
- The expression of the emotions in man and animals. (1872)
- The movements and habits of climbing plants. (1875)
- Insectivorous plants. (1875)
- The effects of cross and self-fertilisation in the vegetable kingdom. (1876)
- The different forms of flowers on plants of the same species. (1877)
- The power of movement in plants. (1880)
- The formation of vegetable mould, through the action of worms. (1881)
- Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl. Nikol Verlagsgesellschaft, Hamburg 2004 ISBN 3-933203-82-1

Literatur


- Johannes Hemleben: Charles Darwin. Rowohlt-Verlag, Reinbek 2004. ISBN 3-499-50137-6
- Eine überraschende Deutung zu Darwins Entdeckung der Evolutionstheorie findet sich in der Geschichte: Der Kampf ums Dasein - Charles Darwin entwickelt die Theorie der Evolution (In: Weltgeschichte in Geschichten, Würzburg 2004, S. 115-123. ISBN 3-401-05442-2)
- Irving Stone: Der Schöpfung wunderbare Wege. Das Leben des Charles Darwin. Rowohlt-Verlag, 2005. ISBN 3-499-23864-0

Weblinks


-
-
- http://digital.library.upenn.edu/webbin/gutbook/lookup?num=2010 Autobiographie
- http://pages.britishlibrary.net/charles.darwin2/texts.html E-Texte fast aller Schriften Darwins
- http://caliban.mpiz-koeln.mpg.de/~stueber/library/authors/author_00036_de.html Eingescannte Bücher von Darwin, vor allem deren deutsche Übersetzung
- http://www.westga.edu/~chem/courses/xids/lectures/Darwin/sld001.htm
- [http://www.wellcome.ac.uk/en/genome/geneticsandsociety/hg13f021.html Knowing Darwin (engl.)] Eine sehr informative Wellcome Trust Seite Darwin, Charles Darwin, Charles Darwin, Charles Darwin, Charles Darwin, Charles Darwin, Charles Darwin, Charles ja:チャールズ・ダーウィン ko:찰스 다윈 ms:Charles Darwin simple:Charles Darwin th:ชาลส์ ดาร์วิน

Karnivoren

Als Fleischfressende Pflanzen, auch Carnivoren oder vereinzelt Insektivoren, bezeichnet man Pflanzen, die zusätzlich zur Aufnahme von Stickstoff und anderen Nährstoffen aus dem Boden Kleintiere, meist Insekten oder Spinnen, mit Fallen fangen und verdauen.

Allgemeines

Alle fleischfressenden Pflanzen leben in nährstoffarmen, zumeist sauren Substraten, d.h. in Mooren, den Tropen, Sandböden oder im Wasser. Die meisten Arten schätzen dabei vollsonnige, gelegentlich halbsonnige Standorte, Schattenpflanzen sind die absolute Ausnahme. Für das Wachstum und die Funktion der Fallen benötigen fast ausnahmslos alle Karnivoren eine dauerhafte Luftfeuchtigkeit von über 75%.

Karnivor / Präkarnivor

Bei Wanzenpflanzen (Roridula) und den Bromeliengattungen Brocchinia und Catopsis spricht man von sogenannten Präkarnivoren. So bezeichnet man Pflanzen, die nicht alle Voraussetzungen erfüllen, um als fleischfressende Pflanze anerkannt zu werden, was zumeist bedeutet, das sie zwar Insekten fangen, aber keine Vorrichtungen zur Verdauung besitzen. Ein interessantes Zwischenstadium findet sich bei den Wanzenpflanzen, die ihren Fang indirekt durch eine Symbiose verwerten, indem sie die Ausscheidungen von den symbiotisch mit ihr lebenden Wanzen Pameridea marlothii sowie Pameridea roridulae und Spinnen (Synaema marlothii) als Blattdünger aufnehmen, welche sich wiederum von ihrem Fang ernähren. In der Regel besteht die Beute aus kleinen Insekten wie Mücken und Fliegen, größere Kannenpflanzen (Nepenthes) können auch kleine Säugetiere (z.B. kleine Nagetiere) verdauen. Reusenfallen und Moose sind auf Protozoen spezialisiert. Bei den Wasserschläuchen bilden zusätzlich zu Insekten planktische Algen einen erheblichen Teil (bis zu 50 %) der Beute, bei den Fettkräutern sogar Pollen (bis zu 70 %). Neben fleischfressenden Pflanzen existieren auch fleischfressende Pilze.

Fallentypen

Man unterscheidet bei fleischfressenden Pflanzen fünf verschiedene Fallentypen. Je nach ihrer Fähigkeit zu einer Bewegung im Zusammenhang mit dem Fangen oder Verdauen der Beute lassen sich die Arten auch zusätzlich noch als aktiv oder passiv charakterisieren. fleischfressende Pilze

Klebefallen

Klebefallen funktionieren über ein klebriges Sekret, welches über Drüsen auf den Blättern selbst oder an den Spitzen kleiner Tentakeln austritt, mit denen die Blätter besetzt sind. Pflanzengattungen, die diese Fangmethode verwenden, sind Sonnentau (Drosera), Fettkräuter (Pinguicula), Regenbogenpflanzen (Byblis), das Taublatt (Drosophyllum) und die Liane Hakenblatt (Triphyophyllum). Jede dieser Gattungen hat die Karnivorie unabhängig von den anderen entwickelt. Das Insekt wird durch das duftende Sekret angelockt und bleibt daran haften. Während es versucht sich zu befreien, verfängt es sich immer mehr in der Falle, bei den aktiven Klebefallen der Gattungen Drosera und Pinguicula wird dies auch noch durch zusätzliche Bewegungen der Fangblätter unterstützt. Zusätzlich im Klebesekret ausgeschüttete Enzyme dienen der dann folgenden Verdauung.

Klappfallen

Hakenblatt Die Fangtechnik der Klappfalle ist die wohl bekannteste, wenn auch seltenste Fangmethode der Karnivoren. Es handelt sich dabei um die schnelle Schließbewegung zweier Blatthälften, die ausgelöst wird durch kleine Fühlhaare auf den Blattinnenseiten. Jede der zwei Blatthälften hat 3 bis 9 dieser Haare. Wird eines mehrmals oder verschiedene Haare einmal innerhalb kurzer Zeit berührt, so klappen die beiden Blatthälften zu. Die Reizkontrolle verhindert ein Schließen aufgrund von Regen oder Luftzügen. Nach dem Verschließen bildet sich zwischen den Blatthälften ein Hohlraum, in dem das Insekt durch Sekrete verdaut wird. Die Klappen öffnen sich nach ungefähr 8 Tagen wieder und geben die unverdaulichen Reste ihres Opfers frei. Die einzigen Pflanzen mit diesem Fangprinzip sind die beiden Arten Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) und Wasserfalle (Aldrovanda vesiculosa).

Saugfallen

Das Prinzip der Saugfallen funktioniert nur unter Wasser oder unter der Erde. Die Pflanze, die mit dieser Fangmethode fängt, baut in sich einen Unterdruck auf, der sich schlagartig ausgleicht und dabei Wasser und Beute in sich hinein saugt. Die einzige Gattung, die dieses Prinzip anwendet, ist die der Wasserschläuche, die zugleich mit rund 220 Arten die größte Gattung aller fleischfressenden Pflanzen darstellt.

Fallgrubenfallen

Wasserschläuche Bei den Fallgrubenfallen, bilden die Blätter einen Hohlraum, in den das Insekt hineinfällt und aufgrund glatter Innenwände und kleinem Raum nicht oder schwer herauskommt. Dort gibt es zwei Untergruppen, nämlich die Krugpflanzen wie der Zwergkrug (Cephalotus), die Sumpfkrüge (Heliamphora) und die Kannenpflanzen (Nepenthes) einerseits und die Schlauchpflanzen wie die Schlauchpflanzen (Sarracenia) und deren nahe Verwandte, die monotypische Gattung Kobralilie (Darlingtonia) andererseits.

Reusenfallen

Erheblich komplizierter konstruiert sind die Reusenfallen, deren Vorkommen namengebend auf die Gattung der Reusenfallen (Genlisea) mit ihren 21 Arten und - in sehr verschiedener Art - die Papageien-Schlauchpflanze (Sarracenia psittacina) beschränkt ist. Ihre Opfer - bei Genlisea ausschließlich Einzeller - können in der Reuse nur in eine Richtung weitergehen, bis sie in einer Art Magen angelangt sind, wo sie dann verdaut werden. Auch die beiden als entweder karnivor oder präkarnivor eingestuften Moosgattungen Colura und Pleurozia verwenden dieses Fangprinzip.

Gattungen und Arten karnivorer Pflanzen

Rund 600 karnivore Arten sind in acht Familien und dreizehn Gattungen bekannt, davon sind fünf Gattungen monotypisch. Dabei werden immer noch weitere Arten entdeckt, insbesondere bei den Fettkräutern und den Sonnentauen. Zwar sind nicht alle fleischfressenden Pflanzen direkt miteinander verwandt, aber fast alle Gattungen (bis auf die Schlauchpflanzen und den Zwergkrug) gehören entweder zur Ordnung Lamiales oder den Nepenthales.

Gefäßpflanzen


- Sonnentau (botanisch: Drosera)
- Wasserfalle (botanisch: Aldrovanda)
- Schlauchpflanzen (botanisch: Sarracenia)
- Wasserschläuche (botanisch: Utricularia)
- Fettkräuter (botanisch: Pinguicula)
- Kannenpflanzen (botanisch: Nepenthes)
- Regenbogenpflanzen (botanisch: Byblis)
- Reusenfallen (botanisch: Genlisea)
- Hakenblatt (botanisch: Triphyophyllum peltatum)
- Taublatt (botanisch: Drosophyllum lusitanicum)
- Venusfliegenfalle (botanisch: Dionaea muscipula)
- Kobralilie (botanisch: Darlingtonia californica)
- Zwergkrug (botanisch: Cephalotus follicularis)

Moose


- Colura
- Pleurozia

Gattungen und Arten prä-karnivorer Pflanzen


- Wanzenpflanzen (Roridula)
- Sumpfkrüge (Heliamphora)
- Brocchinia reducta
- Catopsis

Literatur


- Darwin, Charles:
Insectenfressende Pflanzen, Stuttgart, 1876
- Feßler, Alfred:
Fleischfressende Pflanzen für Haus und Garten, Stuttgart, 1982, ISBN 3-440-05070-X
- Slack, Adrian:
Karnivoren, Stuttgart, 1985, ISBN 3-8001-6158-3
- Lowrie, Allen:
Carnivorous Plants of Australia, Vol. 1-3, Englisch, Nedlands, Western Australia, 1987 - 1998
- Carow, Thomas; Fürst, Ruedi:
Fleischfressende Pflanzen, Nüdlingen, 2000, ISBN 3-9801839-1-2
- Braem, Dr. Guido J.:
Fleischfressende Pflanzen, München, 2002, ISBN I3-8043-7249-X
- Labat, Jean-Jacques :
Fleischfressende Pflanzen, Stuttgart, 2003, ISBN 3-8001-3582-5
- Bastian, Annette :
Fleischfressende Pflanzen, 2003, ISBN 3-9367-8206-7
- Barthlott, Wilhelm; Porembski, Stefan; Seine, Rüdiger; Theisen, Inge:
Karnivoren, Stuttgart, 2004, ISBN 3-8001-4144-2
- D´Amato, Peter: "The Savage Garden: Cultivating Carnivorous Plants " 1998, ISBN: 0898159156
- "Das Taublatt", Fachzeitschrift der Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen, seit 1984

Weblinks


- [http://www.fleischfressendepflanzen.de/ FleischfressendePflanzen.de - Die Karnivoren-Datenbank]
- [http://www.carnivoren.org/ Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen]
- [http://www.drosophyllum.com/ Große Seite über Fleischfressende Pflanzen von Martin Reiner] Kategorie:Pflanzentyp ja:食虫植物 ko:식충식물


Sporn

Ein Sporn (Plur.: die Sporen) ist ein am Reitstiefel befestigtes gebogenes Metallstück mit Dorn oder Spornrädchen (engl.: Rowel, ein mit Eisenspitzen versehenes Rädchen), welcher beim Reiten eingesetzt wird um die Schenkelhilfen zu unterstützen. Sporen sind sozusagen das Tüpfelchen auf dem i der Hilfen. Es gibt sie in verschieden Längen ab 15mm bis zu 45mm. Da sie das Pferd an einer empfindlichen Stelle des Bauches berühren, können sie jedoch sehr unangenehm für das Pferd sein. Da der Sporn das Pferd keinesfalls verletzen soll, ist er niemals spitz oder scharfkantig. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung sind auch die häufig in Westernfilmen zu sehenden Sporen mit sehr großen Rädchen für das Pferd unproblematisch, da sie leicht am Pferdekörper abrollen. Erst ein starker Stoß mit den Sporen in die Flanken des Pferdes, der verhindert, dass die Rädchen sich abrollen können, wird zur Tierquälerei. Die Redensart sich die Sporen verdienen zielt darauf ab, dass das Tragen von Sporen aus den genannten Gründen erfahrenen Reitern vorbehalten bleiben sollte, die Schenkelhilfen unabhängig von anderen Hilfen geben können. Bei männlichen Vögeln der Gattung Gallus (z.B. Haushahn, Truthahn) ist der Sporn ein mit einem Hornzapfen überzogener Knochenzapfen am Lauf. Er dient als Waffe bei Angriffen. Kategorie:Pferdesport Kategorie:Ornithologie

Afrika

Afrika ist mit einer Fläche von 30,3 Mio. km² (22 % der gesamten Landfläche der Erde) nach Asien und Amerika der drittgrößte Kontinent und damit ungefähr dreimal so groß wie Europa. Die etwa 906 Mio. Einwohner (Stand Mitte 2005) machen 14 % der gegenwärtigen Weltbevölkerung aus, wobei dieser Anteil durch die hohen Geburtenraten in den nächsten Jahrzehnten vermutlich noch steigen wird. Afrika ist im Norden vom Mittelmeer, im Westen vom Atlantik, im Osten vom Indischen Ozean und dem Roten Meer umgeben. Die Sahara teilt den Kontinent in das hauptsächlich von Arabern bewohnte Nordafrika und das subsaharische Afrika (Schwarzafrika). Geprägt wird der Erdteil von der kulturellen Vielfalt seiner unzähligen Völker, dem Erbe des Kolonialismus, den Folgen der extremen Armut weiter Teile der afrikanischen Bevölkerung sowie dem aktuellen Bemühen, Afrikas Marginalisierung in vielen Bereichen zu überwinden und nachhaltige Lösungen für seine zahlreichen Probleme zu finden.

Etymologie

Im Altertum bezeichnete Africa nur das Gebiet des heutigen Tunesien, der Kontinent wurde Libyen genannt. Der Name wurde vom römischen Senator und Feldherrn Scipio Africanus (Eroberer Karthagos) erstmals verwendet und könnte von einem einheimischen Stamm abgeleitet sein oder auf dem phönizischen afar („Staub“), dem griechischen aphrike („unkalt“), dem lateinischen aprica („sonnig“) oder dem lateinischen Wort Afer (Plural: Afri) beruhen, was soviel wie „Afrikaner, Punier“ bedeutet.

Geographie

Lage

Afrika wird im Westen vom Atlantik, im Osten vom Indischen Ozean und dem Roten Meer und im Norden vom Mittelmeer begrenzt. Die Küstenlänge beträgt 30.490 km, was gemessen an der großen Fläche relativ wenig ist. Die einzige Landverbindung zu anderen Festlandmassen, bzw. zu Asien, bildet der Sinai, der zwischen Afrika und der Arabischen Halbinsel liegt. Europa liegt Afrika an der Straße von Gibraltar und der Straße von Sizilien am nächsten. Der afrikanische Erdteil ist nur wenig gegliedert; er hat weniger Inseln und Halbinseln als alle anderen Kontinente. Die weitgehend unbesiedelte Sahara trennt das zum Mittelmeerraum gehörende Nordafrika vom südlich gelegenen Schwarzafrika (subsaharisches Afrika). Der kleinste Staat auf dem Festland, Gambia, ist etwa so groß wie Zypern und der größte, Sudan, ungefähr acht mal so groß wie Deutschland. Die größte Insel ist Madagaskar, die vor der Südostküste Afrikas im Indischen Ozean (Indik) liegt. Die Kanarischen Inseln im Nordwesten und die Städte Ceuta und Melilla zählen zu Spanien und damit zur Europäischen Union.

Gebirge und Berge

Dies sind die 5 höchsten Gebirge bzw. Bergmassive mit ihrem jeweils höchsten Berg in Afrika: Außerdem zählt der Atlas mit dem Toubkal (4.165 m ü. NN) in Marokko, der Mount Meru (4.562,13 m), ein Inselberg in Tansania, und der Kamerunberg (4.095 m), ein Inselberg in Kamerun, zu den höchsten Gebirgen, Bergmassiven bzw. Bergen des Kontinents.

Gewässer

Flüsse

Der längste Strom Afrikas, der zugleich den längsten der Erde darstellt, ist der Nil (6.671 km). Danach folgen der Kongo (4.374 km), welcher der wasserreichste des Kontinents ist, der Niger (4.184 km) und der Sambesi (2.736 km).

Seen

Die größten Seen Afrikas sind der Viktoriasee (68.870 km²), der nach dem Kaspischen Meer und dem Oberen See der drittgrößte See der Erde ist, der Tanganjikasee (32.893 km²) und der Malawisee (29.600 km²). Die beiden letzteren sind auch mit 1.470 m (und damit zweittiefster der Erde) und 706 m die tiefsten Seen in Afrika.

Stauseen

Die größten Stauseen bzw. Wasserspeicher Afrikas sind das Viktoria-Reservoir, welcher der flächen- (68.870 km²) und volumenmäßig (204,8 Milliarden ) größte Stausee der Erde ist, der Volta-Stausee (8.482 km²; 153 Mrd. m³) und der Kariba-Stausee (5.580 km²; 180,6 Mrd. m³).

Geologie

Im Norden Afrikas zieht sich das Atlas- oder Maghreb-Gebirge durch die Staaten Marokko, Algerien und Tunesien, das zusammen mit den Alpen im Zuge der Annäherung der afrikanischen an die eurasische Platte entstanden ist. Durch den Osten Afrikas zieht sich der Große Afrikanische Grabenbruch, welcher die Fortsetzung des Grabenbruchs unter dem Roten Meer ist und auf eine Abspaltung des Horns von Afrika und Arabiens vom Rest Afrikas hindeutet. Der dabei entstehende Vulkanismus hat unter anderem das Kilimandscharo-Massiv, das höchste Bergmassiv Afrikas, das Ruwenzori-Gebirge und das Mount-Kenya-Massiv geschaffen. Im weiteren Verlauf des Grabenbruchs liegen Rudolfsee, Kiwusee, Tanganjikasee und Malawisee sowie der Unterlauf des Sambesi.

Klima und Natur

Durch seine Lage beiderseits des Äquators und seine kompakte Form besitzt Afrika die größte zusammenhängende Landmasse der Tropen. 75 % der Fläche Afrikas liegen innerhalb der Wendekreise, die die mathematische Tropengrenze bilden. Der größte Teil Zentral- und Westafrikas ist von tropischem Regenwald bedeckt; das Kongobecken ist nach Amazonien das zweitgrößte Regenwaldgebiet der Erde. Um die Wendekreise sind große Wüsten entstanden; die Sahara im Norden wird nur durch die Flussoase des Nils unterbrochen, im Süden befinden sich die Namib als Nebelwüste und die Kalahari als Trockensavanne. Im Bereich zweier jährlicher Niederschlagsmaxima breiten sich die Trockenwälder und Feuerökosysteme aus, beispielsweise Mopane, Miombo oder Chipya-Vegetation. Südostafrika ist durch den Einfluss des Monsun und die großen Täler von Sambesi und Limpopo fruchtbarer.

Bevölkerung

Völker

Im Norden Afrikas lebten schon Jahrtausende vor der Ankunft der Araber um das 7. Jahrhundert herum berberische Völker. Diese leben seitdem vor allem in den gebirgigen Regionen des Maghreb, wo sie vor den arabischen Invasoren Zuflucht fanden, um sich im Laufe der folgenden Jahrhunderte aber deutlich mit jenen zu durchmischen und eine eigene maghrebinische Kultur zu schaffen, die einige Unterschiede zur übrigen arabischen Welt aufweist, beispielsweise in der Sprache. Auch die Völker Nordostafrikas, wie z.B. die Amharen sind semitische Völker. Südlich der Sahara, die von den nomadisierenden Tuareg bewohnt ist, leben einige Tausend verschiedene schwarzafrikanische Völker. Von den westafrikanischen sind die Mande- und Voltaic-Völker zu nennen. Hausa und Yoruba leben im östlichen Westafrika, Wolof und Fulbe im westlichen Teil. In Zentral- und Ostafrika sind die Bantu beheimatet, eine aus zahlreichen Völkern bestehende Gruppe. Die Khoisan-Völker zählen zu den am längsten in Afrika ansässigen Ethnien. Größte Gruppe von im Zuge der Kolonialisierung eingewanderten Menschen sind die Buren in Südafrika. Moderne Migrationsbewegungen haben Libanesen nach West- sowie Inder und Chinesen nach Ostafrika gebracht. Siehe auch: Liste der afrikanischen Völker

Religion

In Nordafrika, Ostafrika und Westafrika ist der Islam weit verbreitet. Mehr als 41 % aller Afrikaner (darunter in Nordafrika Araber) gehören dem Islam an. Daneben gibt es vor allem in West- und Südostafrika eine große Anzahl derer, die Animismus praktizieren. Man schätzt das weitere 10 % der Afrikaner dem Animismus anhängen. Die restlichen rund 48 % gehören christlichen Konfessionen an (u.a Kopten) Die Mehrheit der afrikanischen Christen lebt im Süden Afrikas. Eine Sonderrolle spielt die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche, da in Äthiopien das Königreich Axum als erstes Land der Welt im dritten Jahrhundert das Christentum zur Staatsreligion machte. Außerdem sind unter den nicht-afrikanischen Minderheiten auch Bahai, Judentum, Hinduismus und Buddhismus verbreitet.

Sprachen

Hauptartikel: Afrikanische Sprachen Insgesamt gibt es über 2000 eigenständige afrikanische Sprachen von denen rund 50 als größere Sprachen gelten, die jeweils von über einer Million Menschen gesprochen werden. Einige der wichtigsten afrikanischen Sprachen sind Swahili, Hausa und Fulbe. Die ehemaligen Kolonialsprachen Englisch, Französisch, Portugiesisch, Spanisch, Italienisch und Deutsch, Niederländisch(Afrikaans) werden vielerorts noch heute gesprochen. Zu den afroasiatischen Sprachen gehören Arabisch, Hausa und Amharisch, zu den nigerkordofanischen Sprachen zählen Bambara, Swahili, Wolof, Yoruba und Zulu. Die Khoisan-Sprachen werden von den gleichnamigen Völkern im Südlichen Afrika gesprochen; charakteristisch für sie sind Klicklaute. Auf Madagaskar werden Austronesische Sprachen wie Malagasy, Howa (Dialekt des Merina) und andere Merina-Dialekte.

Städte

Die größte Stadt Afrikas ist Kairo in Ägypten mit 15.100.000 Einwohnern. Siehe auch: Liste der größten Städte Afrikas

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Afrikas Die ältesten bisher bekannten menschlichen Lebensspuren fanden sich in Ostafrika. Es gilt als fast sicher, dass sich sowohl die primitiveren Menschenarten als auch der Homo sapiens von dort über die Welt ausgebreitet haben. Im Niltal in Nordafrika befand sich mit Ägypten eine der ersten Hochkulturen. Von dort breitete sich der Ackerbau schon früh nach Sudan und andere Gebiete Afrikas aus. Mangels schriftlicher Aufzeichnungen ist darüber aber noch wenig bekannt. Nordafrika war durch das Mittelmeer mit Europa und Vorderasien eher verbunden als getrennt. Karthago, eine Gründung der Phönizier im heutigen Tunesien, war um die Mitte des 1. Jahrtausend v. Chr. die herrschende Großmacht im westlichen Mittelmeer, bis sie in den Punischen Kriegen von Rom abgelöst wurde. Dieses herrschte ab 30 v. Chr. (Eroberung Ägyptens) über ganz Nordafrika. Schon die alten Ägypter (Königin Hatschepsut) unternahmen Fahrten nach Punt, wahrscheinlich im heutigen Somalia. Auch das Reich der Königin von Saba, welches wohl in Südarabien sein Zentrum hatte, soll sich über Teile des Horns von Afrika bis in den Norden Äthiopiens erstreckt haben. Die Herrscher Äthiopiens führten ihre Abstammung auf die Königin von Saba zurück. Herodot berichtet, dass um 600 v. Chr. karthagische Seeleute im Auftrag des Pharao Necho in drei Jahren Afrika vom Roten Meer bis zur Nilmündung umfahren hätten. Da er davon berichtet, sie hätten behauptet, die Sonne „zu ihrer Rechten“, also im Norden, gesehen zu haben, gilt dieser Bericht als glaubwürdig. Sicher ist die Fahrt des karthagischen Admirals Hanno um 500 v. Chr., der von Südspanien aus mindestens bis Sierra Leone kam. Während der Völkerwanderung eroberten die Wandalen das römische Nordafrika von Marokko bis Libyen. Schon vor der Hedschra wanderten arabische Stämme nach Nordafrika ein. Mit dem Siegeszug des Islam wurde Ägypten 641, Marokko 670 erobert. In den folgenden Jahrhunderten wurde Nordafrika praktisch vollständig islamisiert, der Sahel, West- und Ostafrika zumindest teilweise. Sahel] Sahel] 1250 richtete sich der Sechste Kreuzzug gegen Ägypten (die anderen Kreuzzüge richteten sich gegen Palästina). Zwischen dem 9. und 16. Jahrhundert entwickelten sich im Gebiet des heutigen Mali mehrere mächtige, unabhängige Königreiche. Im 15. Jahrhundert wurde die Westküste Afrikas von Portugal aus erforscht. Portugal und Spanien errichteten im 15. und 16. Jahrhundert erste Stützpunkte an der Nordküste. Nach der Entdeckung Amerikas war Afrika für die Europäer hauptsächlich als Quelle für Sklaven interessant. Ein erheblicher Anteil der Bevölkerung von Brasilien, Haiti und anderen Inseln der Karibik, aber auch der USA sind afrikanischer Abstammung. Zum Zweck des Sklavenhandels wurden Forts an den Küsten errichtet, den Transport aus dem Binnenland übernahmen meist einheimische Königreiche. In Ostafrika waren bis ins 17. Jahrhundert arabische Händler vorherrschend. Das Innere des Kontinents war den Europäern weitestgehend unbekannt. Erste Forschungsreisen unternahmen Ende des 18. Jahrhunderts von der Association for Promotion the Discovery of the Interieur of Africa (Africa Association, London) ausgesandte Männer verschiedener Nationalitäten. Nach der industriellen Revolution und dem Verbot des Sklavenhandels 1807 wurde Afrika eher uninteressant. Erst mit dem Aufkommen des Imperialismus wuchs das Interesse der europäischen Großmächte am dunklen Kontinent und der Wettlauf um Afrika führte innerhalb von weniger als 20 Jahren zur Besetzung fast des gesamten Kontinents. Auf der Kongokonferenz in Berlin wurde 1884/85 der größte Teil Innerafrikas zwischen den europäischen Mächten aufgeteilt, bis 1912 verloren die meisten afrikanischen Völker ihre Freiheit. Unabhängig blieben nur Liberia, eine Siedlungskolonie freigelassener nordamerikanischer Sklaven, sowie das alte Reich Abessinien (heute Äthiopien), welches allerdings kurz vorm 2.Weltkrieg 1936 durch Hilfe aus dem nationalsozialistischem Deutschland (Giftgas und Artillerie) von Italien für ca. fünf Jahre annektiert wurde. Im Ersten Weltkrieg waren die deutschen Kolonien Kriegsschauplatz, viele Afrikaner kämpften auch in Europa. Im Zweiten Weltkrieg fanden Kämpfe vor allem in Nordafrika und am Horn von Afrika statt. Zweiten Weltkrieg Im Zuge der Dekolonisation Afrikas wurden mehrere Staaten in den 1950er Jahren unabhängig. 1960 gilt als das Jahr der afrikanischen Unabhängigkeit, da der Großteil der französischen Kolonien in diesem Jahr in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Als letzte europäische Besitzung auf dem Festland wurde Dschibuti 1977 unabhängig. In Südafrika ist die schwarze Bevölkerungsmehrheit erst seit 1994 an der Regierung. Einige Inseln gehören bis heute verschiedenen europäischen Staaten. Durch die künstlichen Grenzen der Kolonialzeit haben die meisten afrikanischen Staaten kein Nationalgefühl entwickeln können. Dies und die einseitige Ausrichtung der Wirtschaften auf Exportartikel führten u.a. dazu, dass die politische Lage in den meisten Staaten instabil ist und autoritäre Regime vorherrschen. Dadurch fällt ein großer Teil der natürlichen Reichtümer des Kontinents der Korruption zum Opfer beziehungsweise wird von internationalen Konzernen abgeschöpft. Verbunden mit unterentwickelter Infrastruktur, klimatischen Problemen, hohem Bevölkerungszuwachs und in neuerer Zeit sehr hohen Aids-Raten führt dies dazu, dass fast ganz Afrika der Dritten Welt angehört.

Politik

Mit der Gründung der Afrikanischen Union (AU) soll ein neues Kapitel in der afrikanischen Politik eingeschlagen werden; Eigenverantwortung, gegenseitige Kontrolle, gute Regierungsführung sollen die afrikanische Renaissance ermöglichen.

Gliederung


- Nordafrika
- Westafrika
- Ostafrika
- Zentralafrika
- Südliches Afrika

Wirtschaft

Hauptartikel: Wirtschaft Afrikas Weite Teile der Wirtschaft im mittleren und südlichen Afrika sind auf den Export ausgerichtet (z. B. Bananenplantagen, Tropenhölzer, Gold- und Diamantenminen, Kakaoplantagen). Daneben gibt es in den Städten größere Industrie- und kleinere Handwerksbetriebe, die unter anderem für den Eigenbedarf produzieren. Auf dem Lande herrscht oft Selbstversorgungswirtschaft, beispielsweise Anbau von Maniok und Batate, Fischerei, Tierzucht. Außerdem ist in manchen Gegenden der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle (z. B. Safari). In den Staaten Nordafrikas bringt vor allem die Förderung von Erdöl und Erdgas Einnahmen. Daneben gibt es am Nil und in einigen fruchtbaren Gebieten Landwirtschaft. Die Nil-Staudämme werden zur Stromerzeugung genutzt.

Exportartikel


- Kakao: etwa 70% Weltmarktanteil
- Diamanten: etwa 50% Weltmarktanteil
- Gold: etwa 25% Weltmarktanteil
- Erdöl: etwa 10% Weltmarktanteil

Kultur

Kino

Hauptartikel Afrikanisches Kino Filme wurden in Afrika seit der Erfindung des Kinos, darunter ethnographische Filme und kolonialistische Propagandafilme, gedreht. Eine eigene Filmindustrie entwickelte sich insbesondere in Ägypten.
In den Ländern südlich der Sahara konnte sich eine eigenständige Produktion erst nach dem Zweiten Weltkrieg entwickeln. Als „Vater“ des afrikanischen Kinos gilt Ousmane Sembène. Das afrikanische Autorenkino hat es schwer, die afrikanischen Zuschauerinnen und Zuschauer zu erreichen, da die kommerziellen Kinos nach dem Blocksystem Filme einkaufen und überwiegend Hollywoodfilme und indische Produktionen zeigen. Wo das afrikanische Publikum jedoch Gelegenheit hat, afrikanische Filme zu sehen, wie beim panafrikanischen Filmfestival FESPACO in Ouagadougou (Burkina Faso) zeigt es lebhaftes Interesse. Zur Finanzierung und Produktion sind afrikanische Filmemacherinnen und Filmemacher vielfach immer noch auf europäische Institutionen angewiesen. Eine kommerziell rentable Videoproduktion hat sich in Nigeria entwickelt. Weitere bekannte Regisseurinnen und Regisseure u.a.:
Souleymane Cissé, Safi Faye, Anne-Laure Folly, Med Hondo, Djibril Diop Mambéty. Zeitschrift: Écrans d'Afrique

Literatur

Hauptartikel: Afrikanische Literatur Zu den wichtigsten afrikanischen Autoren gehören der Literaturnobelpreisträger Wole Soyinka und der mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnete Chinua Achebe, der „Vater“ der afrikanischen Literatur. Weitere bedeutende Autoren sind u.a.: Chinua Achebe (Nigeria), Mobolaji Adenubi (Nigeria), Ama Ata Aidoo (Ghana), Amadou Hampâté Bâ, Francis Bebey (Kamerun), Mongo Beti (Kamerun), Steve Chimombo (Malawi), Mia Couto (Mosambik), Amma Darko (Ghana), E.B. Dongala (Volksrepublik Kongo), Naruddin Farah (Somalia), Nadine Gordimer (Südafrika), Bessie Head (Südafrika/Botswana), Lília Momplé (Mosambik), Grace Ogot (Kenia), Ben Okri (Nigeria), Ousmane Sembène (Senegal), Ngugi wa Thiong'o (Kenia), Yvonne Vera (Zimbabwe), Naguib Mahfouz (Ägypten, Literaturnobelpreis 1988), Tayeb Salih (Sudan), John M. Coetzee (Südafrika, Literaturnobelpreis 2003), Waris Dirie (Somalia), Damon Galgut (Südafrika) Siehe auch: Arabische Literatur

Kunst

Hauptartikel: Afrikanische Kunst Afrikanische Kunst Afrikanische Kunst

Musik

Hauptartikel: Afrikanische Musik, Afrikanischer Tanz Für die meisten afrikanischen Musikkulturen ist Gesang die wichtigste Musik. Viele af